Ratgeber Bulimie

Informationen für Betroffene und Angehörige

Wissenswertes

Begleitende Probleme bei Bulimie

Neben der Essstörung leiden Bulimiker häufig unter anderen seelischen und sozialen Problemen. Dazu gehören Missbrauch von Suchtmitteln, autoaggressives Verhalten, Leistungszwang und Depressionen . Da hauptsächlich Frauen von Bulimie betroffen sind, können die Ablehnung von Weiblichkeit und der zugedachten Geschlechtsrolle allgemein oder in Verbindung mit Sexualität vorkommen.

Auslösende Ereignisse für Bulimie

Manchmal lösen bestimmte Ereignisse die Bulimie aus. Diese sind häufig familiär begründet wie der Tod eines nahen Angehörigen, aber auch traumatische Erlebnisse in der Kindheit wie Belästigung oder sexueller Missbrauch. Ereignisse, die ein Minderwertigkeitsgefühl oder einen Kontrollverlust auslösen, können auch zu einer Essstörung führen.

Typische Essanfälle

Während der Essanfälle nehmen Bulimiker eine abnorm hohe Menge an Nahrungsmitteln zu sich. Häufig sind dies kohlenhydrat- und kalorienreiche Speisen wie Kartoffelchips, Gebäck, Pudding oder Schokolade. Dabei können während eines Essanfalls bis zu 10.000 Kalorien zugeführt werden. Damit der hohe Verbrauch dieser Nahrungsmittel nicht auffällt, kaufen von Bulimie Betroffene häufig in verschiedenen Supermärkten jeweils eine kleine Menge ein. Ein Fünftel aller Erkrankten begehen Ladendiebstähle, um den kostenintensiven Nahrungsbedarf zu decken.

Verändertes Sozialverhalten

Um die Bulimie zu verbergen, ziehen sich Betroffene häufig zurück und meiden insbesondere gesellschaftliche Situationen, die mit Essen verbunden sind. Bei jungen Menschen, die noch in das Familienleben eingebunden sind, führen die Verbergung der Essanfälle und des Erbrechens sowie die Vermeidung der „Esssituationen“ häufig zu familiären Konflikten. Die soziale Isolation führt häufig zu einer weiteren Minderung des Selbstwertgefühls, was mit dem vermeintlich zu hohen Körpergewicht verbunden wird und den Teufelskreis schließt.

Verlauf von Bulimie

Wird die Bulimie nicht behandelt, wechseln sich in der Regel – je nach seelischer Verfassung – Phasen mit geringer und starker Symptomatik ab. Da die Essstörung in der Regel lange geheim gehalten wird, können psychische Störungen auftreten, die zusätzlich behandelt werden müssen. Weitere mögliche Komplikationen durch den chronischen Verlauf sind Herzrhythmusstörungen, Speiseröhren- und Magenwandschädigungen, Schäden an den Zähnen und den Händen sowie Veränderungen von Haut und Haaren. Die Mangelernährung nimmt Einfluss auf das Hormonsystem, die Menstruation bleibt aus und Unfruchtbarkeit kann entstehen. Die Sterblichkeit ist bei Bulimie gering, aber Selbsttötungsgedanken können bei jahrelanger Bulimie auftreten. Die Rückfallquote liegt bei mindestens 30 %.

Diäten als Ursache von Bulimie

Leicht übergewichtige Frauen versuchen eine Gewichtsreduzierung häufig durch eine Diät oder eine Ernährungsumstellung. Zeigt diese nicht den gewünschten Erfolg in der dafür – häufig zu kurz – anberaumten Zeit und missglücken auch weitere Versuche abzunehmen, kann das Erbrechen als effektive Methode zur Gewichtsreduzierung empfunden werden. Wird Essen dazu als Problemabbau erlebt, ergibt sich schnell der Teufelskreis von Essanfällen und Kompensationsmaßnahmen.

Barbara Kliem

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Dieser Artikel gibt Ihnen einige nützliche Hinweise, wie Sie Bulimie vorbeugen können.

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